Food and Climate Impact

Gibt es ein digitales Menüleitsystem für nachhaltige Ernährung?

by «FOOD2050»

FOOD2050 ist ein Zürcher Start-up mit dem Ziel, die Klimaerwärmung durch nachhaltige Essgewohnheiten zu reduzieren.

Da die Lebensmittelproduktion gemäss einer Trendanalyse der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) weltweit für 32% der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, unterstützt FOOD2050 Gastronomiebetriebe und Konsument*innen aktiv dabei, die globalen Klimaziele zu erreichen.

FOOD2050 macht die Auswirkungen des Lebensmittelkonsums sichtbar.

Durch den Einsatz eines digitalen Menüleitsystems werden Rezepte mit minimalem ökologischen Fussabdruck gefördert, was die Konsumgewohnheiten der Kund*innen nachhaltig verändern soll.

Gewinner
Schwarzes Quadrat mit weissem und rotem Text: best of swiss web, innovation gold 2023, mit FOOD2050.
Schwarzes Quadrat mit fettgedrucktem weissem und rotem Text: best of swiss web public value silver 2023 for FOOD2050. Die Wörter swiss, silver und 2023 sind in Rot, der Rest in Weiß gehalten.

Erfolgreiche Pilotierung beim ZFV

Die ZFV-Genossenschaft, ein führendes Schweizer Gastronomie- und Hotellerieunternehmen, konnte als Pilotpartner für die Food-Impact-Plattform gewonnen werden.

Im Januar 2022 startete das Projekt mit einem Pre-Pilot in der Mensa Irchel der Universität Zürich. Dort wurden bereits klimafreundliche Menüs angeboten. Nun können die Klimaeinsparungen direkt über das digitale Informationssystem am Point of Sale (POS) visualisiert werden.

Bis zum Start des Wintersemesters 2022/23 entwickelten wir zusammen mit FOOD2050 ein Minimum Viable Product (MVP) und erweiterten den Pilotbetrieb in Zusammenarbeit mit der ZFV-Genossenschaft erheblich. Das digitale Menüleitsystem ermöglicht es, alle relevanten Informationen zentral bereitzustellen – von den Nährwertangaben bis hin zur vollständigen Erfassung des Konsums aller vor Ort servierten Speisen. Dadurch werden die Klimaauswirkungen transparent für Gäste und das Unternehmen sichtbar gemacht, was zu einem bewussteren und nachhaltigeren Konsum führt.

Die Herausforderung transparenter Daten

Als integrale Food-Impact-Plattform trägt FOOD2050 die enormen, oft isolierten Datenmengen der modernen Gastronomie zusammen, konsolidiert sie und macht sie für Betriebe sowie Konsument*innen sichtbar.

Die Plattform agiert als Bindeglied zwischen komplexen Lieferketten-Informationen und einer verständlichen Kommunikation. Ziel ist es, wissenschaftlich bewertete CO2-Äquivalente nicht nur zu berechnen, sondern sie mittels FOOD2050-Climate-Impact-Modell in eine Kennzahl zu übersetzen, die intuitiv verständlich ist: Grad Celsius.

Damit schafft FOOD2050 eine Orientierungsgrundlage für alle Akteure des Lebensmittelsystems.

Panter fühlt sich an wie unser ausgelagerter CTO: Sie sind im komplexen Entwicklungsprozess agil geblieben und haben eine skalierbare MVP-Toolbox aufgebaut. Besonders wertvoll ist zudem der strategische Austausch mit den technischen Experten.

Christian KramerCEO und Co-Founder FOOD2050

Das digitale Menüleitsystem im operativen Einsatz

Vom Warenfluss zur Klimakennzahl

Das Herzstück des Systems bildet ein ausgeklügeltes Berechnungsmodell. Der Prozess beginnt im Warenwirtschaftssystem (z. B. Necta), von wo aus die Daten an die Datenbank der Partnerfirma Eaternity weitergeleitet werden. Eaternity berechnet den ökologischen Fussabdruck der Lebensmittel, woraufhin diese Daten per API in das FOOD2050-System eingespeist werden.

Ein wesentlicher Vorteil für den operativen Betrieb liegt in der Automatisierung: Die komplexe Berechnung des ökologischen Fussabdrucks erfolgt im Hintergrund. Da die Daten über Schnittstellen automatisiert übertragen werden, wird der manuelle Aufwand für die Gastronomiebetriebe minimiert und der Nutzen maximiert. Innerhalb der Plattform findet anschliessend die Transformation statt:

  • Aggregation: Tägliche Verkaufs- und Transaktionsdaten werden vor der Visualisierung aggregiert.
  • Umrechnung: Ein eigens entwickeltes arithmetisches System verarbeitet diese Datenmengen und rechnet den Fussabdruck jedes Menüs in das globale Erderwärmungspotenzial (Grad Celsius) um.

Interaktion am Point of Sale

Bei Kantinen oder Mensen mit hohem Gästeaufkommen beschleunigt das digitale Menüleitsystem den Entscheidungsprozess direkt vor Ort.

  • Displays: Ein Display, auf dem die aktuellen Gerichte samt QR-Code sichtbar sind, vereinfacht die Auswahl und führt zu einer schnelleren Essensausgabe am POS.
  • Transparenz: Gäste können über QR-Codes detaillierte Produktinformationen abrufen. Dadurch werden die Konsument*innen befähigt, die richtigen Kaufentscheidungen zu treffen. Dies kommt einem wachsenden Bedürfnis vieler Konsument*innen nach nachhaltigen Lebensmitteln entgegen.
  • Feedback: Über das System können Menüs bewertet und Kommentare an den Gastronomiebetrieb gesendet werden.

Das Menüleitsystem umfasst zudem ein Dashboard für Betriebe, in dem Verkaufskennzahlen und CO2-Werte präsentiert werden. Es unterstützt Betriebe somit aktiv bei der Menüplanung und der Vermarktung ihres Verpflegungsangebots. Gastronomiebetriebe können so ihr Angebot gezielt auf Menüs mit einem minimalen ökologischen Fussabdruck ausrichten.

Die Technologie hinter dem Menüleitsystem

Um das digitale Informationssystem bereitstellen zu können, setzt FOOD2050 auf eine moderne Headless-Cloud-Architektur und Open-Source-Software.

Backend

Herzstück bildet ein GraphQL-API-Service, basierend auf Node.js.

  • Prisma ORM: Ermöglicht die Erstellung eines schnellen, skalierbaren Domänenmodells und den Zugriff auf die Cloud-SQL-Postgres-Datenbank.
  • Hosting: Die Anwendung wird auf der Google Cloud in der Schweiz betrieben, um Datensicherheit zu gewährleisten.

Frontend

Für die Benutzeroberfläche werden Technologien verwendet, die auf Geschwindigkeit ausgelegt sind:

  • React & Next.js: Ermöglichen hoch performante, SEO-optimierte Websites für die Endnutzer*innen.
  • ReactAdmin: Dient als Basis für Administrationsaufgaben und Reportings, ideal um datengesteuerte Anwendungen schnell zu skalieren.
  • Echtzeit-Visualisierung: Aufgrund des grossen Datenvolumens wurde eine ausgeklügelte Lösung gewählt, um Echtzeitdaten zu verarbeiten und die Klimaauswirkungen live zu visualisieren.

Security

Ein kritischer Aspekt bei der Verarbeitung sensibler Geschäftsdaten ist die Zugriffskontrolle. Für die Benutzeridentifikation wird Firebase Auth verwendet. Ein implementiertes Berechtigungssystem stellt sicher, dass Gastronomiebetriebe ausschliesslich ihre jeweiligen Daten sehen. Zudem aggregiert der Ticker auf der Website die Daten so, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Gastronomiebetriebe möglich sind. Dies gilt auch für Daten von Konsument*innen, die bei der Kaufabwicklung anfallen.

Weniger Emissionen, mehr Orientierung: Wie das Menüleitsystem von FOOD2050 beide Seiten gewinnt

Digitale Lösungen und nachhaltige Ernährung sind kein Widerspruch, sondern ergänzen sich ideal.

Indem der ökologische Fussabdruck automatisiert berechnet und in Grad Celsius verständlich visualisiert wird, entsteht eine neue Transparenz in der Gemeinschaftsgastronomie. Betriebe gewinnen wertvolle Einblicke für Planung und Sortiment, während Gäste klimafreundliche Optionen auf einen Blick erkennen.

So wird aus Daten ein Dialog – und aus jedem Menü eine Chance, den eigenen Impact zu reduzieren. Damit leistet FOOD2050 einen konkreten Beitrag für eine zukunftsfähige Esskultur.

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Eine Person mit kurzen Haaren und Brille lächelt in die Kamera und verkörpert damit den Ethos der New Work. Sie trägt ein hellblaues Hemd mit Kragen vor einem dunklen Hintergrund.
Martin Mächler
Partner und Co-Founder

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