In diesem Interview gewährt er spannende Einblicke, wie FOOD2050 Gastronomiebetrieben dabei hilft, ihren ökologischen Fussabdruck transparent zu machen – und wie wir als Technologiepartner die technische Umsetzung dieser Vision ermöglichen.

VISION & MISSION

Stell dir vor, wir treffen uns im Fahrstuhl: Wie erklärst du FOOD2050 in nur einem einzigen Satz?

FOOD2050 hilft Gastronomiebetrieben, täglich gesündere und klimaverträglichere Entscheidungen zu treffen, und optimiert gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit des Angebots.

Wenn ihr auf das heutige Ernährungssystem schaut: Wo brennt es am meisten und wo setzt ihr den Hebel an, um genau das zu ändern?

Es brennt dort, wo täglich Millionen Mahlzeiten entschieden werden, aber niemand genau weiss, welche Wirkung sie haben, ökologisch wie gesundheitlich. Unser Hebel ist das einzelne Gericht: Wir bringen Daten, Verständnis und Entscheidungshilfen genau an den Punkt, an dem gekocht, geplant und gewählt wird.

Wir können ja nicht den Planeten retten wollen, aber gleichzeitig die Gesundheit der Weltbevölkerung opfern und umgekehrt geht eben auch nicht.

Christian KramerCEO und Co-Founder FOOD2050
DATEN & PSYCHOLOGIE

Hand aufs Herz: Wie reagieren Gastronomen, wenn sie zum ersten Mal schwarz auf weiss den ökologischen Fussabdruck ihrer Küche sehen?

Meist mit einem Mix aus Überraschung und Ehrlichkeit. Viele sagen: «Das hätte ich so nicht erwartet.» Wichtig ist: Wir kommen nicht mit dem moralischen Zeigefinger, sondern mit Kontext und Optionen.

Transparenz klingt super, tut aber manchmal weh. Welche Widerstände oder Missverständnisse begegnet ihr am häufigsten, wenn ihr Gastronomiebetriebe von nachhaltiger Ernährung überzeugen wollt?

Ein häufiges Missverständnis ist, dass Nachhaltigkeit automatisch Verzicht, Mehrkosten oder Akzeptanzprobleme bedeutet. In der Praxis sehen wir oft das Gegenteil.

Wie stark unterstützt FOOD2050 Küchenteams dabei, das Angebot wirksam in Richtung gesünderer und nachhaltigerer Entscheidungen zu steuern?

FOOD2050 greift dort an, wo Entscheidungen langfristig geprägt werden: bei der Menügestaltung. Küchenteams erhalten klare Leitplanken, verständliche Kennzahlen und konkrete Handlungsempfehlungen, um Rezepte, Portionen und Menülinien gezielt zu optimieren. So werden nachhaltigere und ausgewogenere Optionen systematisch attraktiver gemacht. Die Wirkung zeigt sich in messbaren Verschiebungen auf Menü-, Nachfrage- und Absatzebene, angepasst auf spezifische Zielgruppenbedürfnisse.

IMPACT

Gibt es eine konkrete Zahl oder eine Geschichte, die für dich beweist: Wow, unser Ansatz funktioniert wirklich?

Wir sehen bei Partner- und Gastronomiebetrieben über Monate hinweg eine stabile Verlagerung hin zu klimafreundlicheren und ausgewogeneren Gerichten und das ganz wichtig, ohne Umsatzverlust oder teilweise sogar mit Umsatzsteigerung. Daran arbeiten wir aktuell intensiv. Der Einsatz unserer Lösung eröffnet auch diverse Möglichkeiten, um Kosten zu reduzieren. Diese lassen sich vor allem in den Bereichen Angebotsplanung, Zubereitung und Gästekommunikation realisieren.

Bevor wir zu den nächsten Fragen kommen: Unsere Case Study zeigt eindrucksvoll, wie wir das Herzstück von FOOD2050, das digitale Menüleitsystem für Gastronomiebetriebe, umgesetzt haben. Dafür konnten wir zwei Best of Swiss Web Awards gewinnen.

Mehr über unsere Case Study erfahren
PARTNERSCHAFTEN & POLITIK

Ihr habt kürzlich eine Partnerschaft mit der medizinischen Non-Profit-Organisation PAN International angekündigt. Warum passen Gesundheit und Klima für euch so gut zusammen?

Was gut für unseren Körper ist, ist in den meisten Fällen auch besser für den Planeten. Ernährung verbindet individuelle Gesundheit mit systemischem Klimaschutz. Und wenn man die Themen ganzheitlich betrachtet, wird einem auch relativ rasch klar, dass man sie eigentlich nicht isoliert angehen kann. Wir können ja nicht den Planeten retten wollen, aber gleichzeitig die Gesundheit der Weltbevölkerung opfern und umgekehrt geht eben auch nicht.

Ungesunde und klimaschädliche Lebensmittel sind oft billiger, weil ökologische Folgekosten fehlen. Wenn ihr einen Wunsch an die Politik frei hättet: Welche Weiche müsste sofort gestellt werden?

Wahre Kosten sichtbar machen und nachhaltige Optionen strukturell bevorzugen, insbesondere in der öffentlichen Beschaffung.

KI & Roadmap

KI ist überall. Seht ihr Potenzial, dass eure Software Rezepte künftig nicht nur analysiert, sondern Köch*innen proaktiv kreative, klimafreundlichere Alternativen vorschlägt?

Ja. KI soll Köch*innen inspirieren und zeigen, wie kleine Anpassungen grosse Wirkungen entfalten können. Wir arbeiten aktuell intensiv an der Integration von KI um unsere Daten besser auswerten zu können. Unser Ziel ist es, Gastronomen solide Entscheidungshilfen anzubieten und bestimmte Arbeitsschritte sogar zu automatisieren. Die Angebotsplanung in der Gastronomie ist extrem komplex geworden und KI kann hier wertstiftend unterstützen.

Software ist nie fertig. Wenn ihr auf eure Roadmap schaut: Bei welchen kommenden technischen Knacknüssen seid ihr froh, einen Partner wie Panter an der Seite zu haben?

Wir arbeiten mit hochkomplexen Datenmodellen, von Ökobilanzen über Nährwertlogiken bis hin zu Verhaltensmustern von Gästen und müssen diese in bestehende IT-Landschaften integrieren, die historisch gewachsen sind. Panter hilft uns genau an dieser Schnittstelle: Sie verstehen sowohl die strategische Zielsetzung eines Impact-getriebenen Produkts als auch die technische Tiefe, die es braucht, um skalierbare und nutzerfreundliche Software zu bauen. Ob API-Integrationen, Datenarchitektur, KI-fähige Systeme oder UX-Entscheidungen, sie helfen uns, Komplexität zu reduzieren, ohne Wirkung zu verlieren.